The KLF: Schockwellenreiter- Library of Mu
- Library of Mu record:
- Title: The KLF: Schockwellenreiter
- Date: 1997-03-00
- Journal: Spex
- Author: -
- Type of resource: News items
- Status: text
- No. views: 1064
- Description:
The KLF: Schockwellenreiter
By - (1997-03-00, Spex)
Am 5. Mai 1992 verließen KLF die Musikindustrie, "weil das
selbstgesteckte Ziel erreicht war". Jimmy Cauty und Bill Drummomd
löschten dabei auch gleich den ganzen Backkatalog. Seither zirkulieren
obskure Bootlegs. Man rätselt über das Lost-Album "Black Room" und
sucht nach der Originalkopie des bloß einmal gezeigten Films "White
Room". Immer wenn irgendwo der Name KLF fällt, wird er mit einem
andächtigen, verschwörerischen Unterton ausgesprochen. Es verhält sich
wie bei Whiskeykennern: Schau, welche Marke dein Nachbar an der Bar
trinkt und du kennst seine Geschichte. Treff' jemanden, der KLF mag
und eine Anekdote aus ihrem mit solchen reich befrachteten
Prankster-Leben erzählt, und du weißt, daß kann kein schlechter Mensch
sein.
In den letzten fünf Jahren gründeten die beiden das Nachfolgeprojekt
The K-Foundation. Im November 1995 beendeten sie es wieder,
inszenierten diverse medienwirksame Auftritte, etwas als sie auf der
Isle Of Jura 1 Million Pfund abfackelten. Sie veröffentlichten einen
einzigen offiziellen Track, einen Beitrag als The One World Orchestra
für den Benefiz-Sampler "Help".
Nun scheinen sich ihre Wege getrennt zu haben. Cauty - wenn er nicht
gerade akustische Waffen an Nachbars Kuhherde ausprobiert - will
demnächst als AAA (Advanced Acoustic Armaments) eine Platte aufnehmen:
"Ohne jeden musikalischen Kontext, nichts, daß man zu Hause hören
möchte, außer man hat genügend Aspirin genommen. Es wird eine komplett
unnöttige Platte werden", wie er im "i-D" erklärte. Drummond hat Ende
letzten Jahres zusammen mit Mark Manning (Zodiac Mindwarp) das Buch
"Bad Wisdom" (Penguin Books) veröffentlicht. In diesem "future
underground classic" (Stewart Home) machen sie sich, zeitweise in
einem Lada, zum Nordpol auf, um dort Elvis Presley eine Opfergabe zu
bringen, wühlen in ihrer Vergangenheit, trämen von 75-fachen Orgasmen
und spinnen von "Illuminatus!" inspiriertes Verschwörungsgarn. "We had
a plan: we were going to save the world - the whales, the dolphins,
the rainforests, Bambi, the whole damn Walt Disney bunch, baby; we
were gonna free Willy, fuck chicks and slay dragons." Und wenn sie
nicht alt und langweilig werden, dann geben sie ihren Höllenhunden die
Sporen und reiten weiter auf der Suche nach subversiven Zonen, irren
Pranks und schwarzen Löchern.
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